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Die älteste Erwähnung von kurzbeinigen Krüperhühnern in der Literatur finden wir bei dem Schweizer Naturforscher Conrad Gesner (1516-1565), der sie 1555 in seinem Vogelbuch beschrieb. Darin bezeichnete er unsere heutigen Krüper als Schotthennen, Erdhennle oder Däsenhühnle. Auch andere Autoren beschrieben Hühner, die den Krüpern sehr ähnlich waren. So der 1605 verstorbene Italiener Aldovandi. Der Berliner Gelehrte Johann Leonhard Frisch berichtet in seinem 1763 erschienenem Buch "Vorstellung der Vögel Deutschlands" über Kriech- oder Krupphühner, die er auch abbildete. In seinem Werk "Naturgeschichte der Vögel Deutschlands" erwähnte der thüringische Forscher Bechstein die Krüper als Kriech- oder Dachshühner. Vor dem 19. Jahrhundert hatten die meisten Gelehrten Probleme mit der Zuordnung der Krüper zu den normalen Haushühnern oder den Zwerghühnern. Bedingt durch die Kurzbeinigkeit wurden sie oft als Zwerghühner bezeichnet. Dass die kurzbeinige Hühner eine Mutation normale Haushühner darstellten erkannten die Gelehrten erst im Laufe des 19. Jahrhunderts, da diese Form der Haushühner in allen geflügelzuchtbetreibenden Ländern bekannt waren. In Deutschland als Krüper, Kriecher oder Dachshühner, in Schottland/England als Dumpies, Bakies oder Creepers, das Courtes pattes in Frankreich, das Kruiphoen in Holland und in Dänemark schließlich das Luttehön.

 

Ende des 19 Jahrhunderts wurden die Krüper dann intensiv in Sachsen, Ostwestfalen und im Bergischen Land gezüchtet.

Die ältesten bekannten Krüperzüchter sind L. Ordelheide aus Brockhagen (heute zur Gemeinde Steinhagen gehörend) und Heinrich Brinkmann aus Gütersloh. Herr Brinkmann züchtete bereits seit 1850 Krüperhühner.

 

Hans Christian Andersen, der dänische Dichter (1805-1875) setzte den kurzbeinigen Hühnern in seinem Märchen "Das hässliche Entlein" ein Denkmal: "Hier wohnt eine alte Frau mit ihrer Katze und ihrem Huhne... Das Huhn hatte ganz kleine niedrige Beine, und deshalb wurde es Küchelchen-Kurzbein genannnt; es legte gut Eier, und die Frau liebte es wie ihr eigenes Kind". (H.C. Andersen Märchen S.47, F.W. Hendel-Verlag Leipzig 1927). Andersen verband seine Märchen eng mit den wirklichen Verhältnissen in Dänemark. Das lässt den Schluss zu, dass die kurzbeinigen Landhühner, die Luttehühner bei der ländlichen Bevölkerung damals schon sehr beliebt waren. Dass Andersen selbst auch Luttehühner hielt haben neue Recherchen ergeben. 

Die erste offizielle Musterbeschreibung der Krüper mit Bild veröffentlichte Rudolf Kramer in seinem "Taschen-buch der Rassegeflügelzucht", erschienen 1899 im Verlag der Universitätsdruckerei Würzburg. Das Bild dazu zeigt 1,1 schwarze Krüper des Züchters Stork aus Gütersloh.

Bergische und Westfälische Krüper

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts gab es in Deutschland zwei Krüperrassen, nämlich die Bergischen Krüper und die Westfälischen Krüper.

Die Bergischen Krüper hatten einen kastenförmigen Körperbau, eine höhere Körpermasse und größere Kämme bei den Hähnen sowie einen Schlotterkamm bei den Hennen. Sie waren vom Prinzip her kurzbeinige Bergische Schlotterkämme. Ein Vorteil in der Zucht, da alle kurzbeinigen Tiere als Krüper geführt und ausgestellt werden konnten und demgegenüber alle Langbeine Schlotterkämme waren.

Die Westfälischen Krüper zeigten einen langgestreckten, walzenförmigen Körper mit kleinem Stehkamm. Gegenüber den Bergischen Krüpern wirkten sie schnittiger und harmonischer.

 

Der auf dem Foto gezeigte Hahn zeigt allerdings einen zu stark angezogenen Schwanz - auch damals waren die Tiere gestreckter.

Diskrepanzen gab es hinsichtlich der Bewertungen beider Krüperrassen auf den Ausstellungen. In den achziger Jahren des 19. Jahrhunderts forderte der BDG von jeder Rasse eine Musterbeschreibung an. Diese einzureichen versäumten die bergischen Züchter und es kam auf den Ausstellungen sehr oft zu Streitigkeiten, da die MB der Westfalen bei den Bewertungen angewandt wurde. Die ausgestellten Bergischen Krüper fielen dabei gewöhnlich durch. Erst im Jahre 1916 wurden auf Beschluss des BDG beide Krüperrassen zusammengefasst und seitdem gibt es nur noch Krüper. Seitdem vereinheitlichten sie sich im Typ.