Hauptsonderschau 2013 - Erfurt


 

Am 09. und 10. November 2013 trafen sich die Krüperzüchter zu ihrer HSS anlässlich der 47. LV-Schau Thüringen in Erfurt. Diese HSS gestaltete sich als ein erneuter Höhepunkt im Schaugeschehen des Sondervereins. Einmal wegen der hervorragende Organisation durch das Team der Ausstellungsleitung, an deren Spitze der Landesvorsitzende Zuchtfreund Thomas Stötzer als Ausstellungsleiter und Zuchtfreund Walter Steinbrecher als dessen Stellvertreter standen und hier ermöglichten, dass unsere Krüper und Zwerg-Krüper sich in den Reihen unmittelbar gegenüber präsentieren konnten und uns auch bei der Ausgestaltung der Präsentation durch Banner und Transparente mit Rat und Tat zur Seite standen. Des Weiteren konnten wir hier auch die Möglichkeit wahrnehmen und Tiere in der AOC-Klasse zeigen, was in der neueren Geschichte des Sondervereins ein absolutes Novum darstellte.

 

60 ausgestellte Tiere sind zwar nicht unbedingt das quantitative Spitzen-ergebnis, hier müsste doch mehr machbar sein, denn Erfurt liegt so zentral, dass aus allen Richtungen Deutschlands ein Weg zur Teilnahme besteht. Trotzdem erreichten wir hier den Platz 6 unter den TOP 10 der großen Hühner. Auch konnten die meisten der gezeigten Krüper und Zwerg-Krüper durch ihre Qualität überzeugen. Zuchtfreund Hans-Joachim Güntherodt erkämpfte beispielsweise mit seinen Tieren den begehrten „Goldenen Ring von Thüringen“, um den im fairen Wettbewerb die 7 Rassen Leghorn, La Flèche, Rheinländer, Deutsche Sperber, Vogtländer, Krüper und Seidenhühner rangen. Den Titel des Sondervereinsmeisters errang Hendrik Wulfhorst auf seine weißen Krüper.
Da unser Sonderrichter Rüdiger Wandelt kurzfristig aus beruflichen Gründen die Bewertungen nicht durchführen konnte, stellte uns die Ausstellungsleitung mit Reiner Wolf für die Krüper und Martin Backert für die Zwerg-Krüper zwei kompetente Preisrichter zur Seite, die mit viel Fingerspitzengefühl sowie Rasse- und Zuchtstandkenntnissen die Tiere bewerteten.

 Selten hatten wir ein so schlechtes Meldeergebnis bei den schwarzen Krüpern. 2,2 ist weder das quantitativ Machbare und die Qualität konnte auch nicht überzeugen. 1 x sg95 und 3 x die Note g sind nicht das non plus Ultra für diesen durchgezüchteten und am weitesten verbreiteten Farbenschlag unserer Krüper.

 Eine Augenweide diesmal die oft kritisierten Weißen, die uns Hendrik Wulfhorst präsentierte - 4,2 Tiere ohne Ausfälle – nur Tiere im hv- und sg-Bereich, rein weißes Federkleid ohne gelbem Hals- oder Sattelbehang zeigen, was auch bei dieser Farbe machbar ist und wir konnten auch teilweise einen erkennbaren Anflug des geforderten Blaus an den Beinen der Hennen erkennen. Hier war ein nicht unterzubewertender Fortschritt gegenüber den letzten Jahren zu erkennen. Hier wurden Wünsche lediglich im Kammschnitt der Hennen und der Brustauswölbung geäußert (Walzenform) (hv96 Landesverbands-Ehrenpreis-LVE8 Hendrik Wulfhorst).

 Die Gesperberten - ausgestellt von Frank Haßkerl und Hendrik Wulfhorst - stellten mit 9,2 die stärkste Fraktion. Hier waren Spitzentiere und fehlerhafte Tiere zu sehen. Der erste Hahn, gleich mit v97 bewertet, zeigte, was in diesem Farbenschlag steckt. Andere wiederum machten deutlich, wie unterschiedlich die einzelnen Zuchten tendieren. Waren die einen groß und kräftig mit schönen Walzenformen und hatten dafür aber sehr große und grobe Kopfpunkte, standen auf der anderen Seite spitze Tiere im Rumpfaufbau und zu hohem Stand, so dass die Walzenform nicht ausgeprägt sein konnte (v97 Grünes Band-GB Frank Haßkerl).

Das schönste Erlebnis war, dass wir zur HSS endlich mal wieder unsere gedobbelten Tiere in beiden Farben präsentieren konnten. Auch wenn noch viel Zuchtarbeit in diese Farbenschläge zu investieren ist, was besonders die Standhöhe, Brusttiefe, Kammform und –festigkeit betrifft, so ist die Dobbelung schon sehr ordentlich und hier besonders bei den schwarz-gelbgedobbelten ziemlich optimal ausgeprägt. Dieses Merkmal sieht man so deutlich nicht mal alljährlich bei den wesentlich gefestigteren Bergischen Schlotterkämmen und Krähern. Trotzdem bleibt die Form das A und O und hier ist noch einiges zu leisten (sg95 RZ auf 1,0 schwarz-gelbgedobbelt von Hendrik Wulfhorst).

Auf gewohnt hohem Niveau die 3,6 Rebhuhnhalsigen. Hier waren es kleine Wünsche, die die Höchstnoten verhinderten, wie Standtiefe, gleichmäßigere Rieselung, ausgeformtere Brusttiefe und die Steuereindeckung, jeweils allerdings bei einzelnen Tieren mit einem formulierten Wunsch. Das spricht besonders für den hohen Zuchtstand dieses schönen und jungen Farbenschlages (hv96 VHGW-Medaille, Hans-Joachim Güntherodt).

 In der erstmals gezeigten AOC-Klasse präsentierten sich 1,3 gelbe Krüper von Hendrik Wulfhorst auf schon recht hohem Niveau. Der Hahn hätte die Höchstnote verdient, patzte allerdings im Kammschnitt – Schade. Die Hennen hätten bei mehr Blüte auch noch höhere Punkte erreicht. So blieb alles im sg-Bereich. Während der Tierbesprechung am Käfig wurde angesprochen, dass das Untergefieder ziemlich dunkel-aschgrau ist, was sich auch auf die roten Kopfpunkte auswirkt, die, besonders bei den Hennen, schnell ins bläuliche übergehen können. Es ist in der weiteren Zuchtarbeit darauf zu achten, dass auf ein helleres Untergefieder selektiert wird (sg95 E Hendrik Wulfhorst).

 Zwerg-Krüper

 

Wieder in guten Händen eröffneten 2,5 weiße von Pierre Süß und Hendrik Wulfhorst die Klasse der Zwerg-Krüper. Der erste, ein 1,0 silberhalsiger (fKl), verkörperte einen typischen Vertreter mit prima Zeichnung und Schwanzaufbau. Mit nur 3 Kammzacken erreichte er allerdings nur g92. u0 für den zweiten, in der Form typischen Weißen 1,0. Er sollte nicht größer, die Flügelhaltung fester und in der Mantelfarbe sauberer sein. Eine Doppelzacke brachte den Ausfall.
Die 5 gezeigten Hennen präsentierten die typische Form mit richtiger Stellung, prima Kopfpunkten und Schwanzhaltung. Nur die Mantelfarbe sollte sauberer sein. Vereinzelt war mehr Gesichtsblüte wünschenswert (hv96 für Pierre Süß).

Erfreulich war es, unseren zweiten anerkannten Farbenschlag mit 1,3 Vertretern in silberhalsig aus der ursprünglichen Zucht von Pierre Süß, ausgestellt von Zuchtfreund Andreas Rüger, wieder auf einer HSS zu sehen. Der 1,0 in richtiger Zwerg-Krüper-Form, prima Zeichnungsbild und Schwanzaufbau erreichte wegen einer stark abstehenden Kammfahne kein sg. In guter Qualität präsentierten sich die Hennen, die in der Rieselung feiner, im Flitter noch reduzierter sowie im Kammverlauf korrekter hätten sie sein können. Wegen der geringen Zuchtbasis gibt es immer noch Probleme, die typische Kammführung zu erreichen.
In der erstmals angeschlossenen AOC-Klasse waren 1,2 in Schwarz und 1,2 in Gelb gemeldet. Leider konnten die gelben nicht gezeigt werden. Sie wurden durch einen silberhalsigen Hahn und zwei schwarzen Vertretern ersetzt.

Formlich ansprechende schwarze Zwerg-Krüper folgten mit rassetypischem Stand sowie einer prima Lauffarbe und bestem Schwanzaufbau. Es muss allerdings auf eine optimalere Schaukondition (Gesichtsblüte) geachtet werden. Ein korrekter Kammschnitt sowie ordentlicher Grünglanz ohne violetter Bänderung braucht noch einige züchterische Arbeit. Zweimal u0 gab es auf ziemlich hart bewertete Doppelzacken. Hinweise auf die Verbesserung des Kammschnittes hätten bei beiden Tieren genügt. Hier sollte aus Rücksicht auf die Seltenheit der Rasse und die geringe Züchterschaft die Bewertung mit doch noch viel mehr Fingerspitzengefühl erfolgen.

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